"Feuer und Flamme"

Ein Höhepunkt des Kitajahres im Christlich-Naturnahem Kinderhaus sollte der Tag werden, an dem Manu (Manuela Bohne) während unserer Obstpause den Kopf zur Tür hereinsteckte und uns lieb begrüßte. Sie wollte gern herausfinden wie gut die Kinder des Kinderhauses über die Feuerwehr Bescheid wissen. Hierzu versammelten wir uns alle im "Elefantenraum" und leiteten unseren täglichen Morgenkreis ein. Nun konnten wir unsere Feuerwehrfrau mit ihrer Dienstkleidung ganz genau bestaunen. Doch damit nicht genug. Im Gepäck hatte sie lauter interessante Sachen, unabkömmliche Utensilien der Feuerwehrleute wie z.B. Handschuhe und Helm, Schlauch und Spritze. Auch ein Buch mit allem Wissenswerten über die Feuerwehr war dabei. Darin enthalten waren beispielsweise Illustrationen von Feuerwehrmännern und -frauen und ihren Ausrüstungsgegenständen für die unterschiedlichsten Gegebenheiten bei den verschiedenen Einsätzen. Auch die sogenannte erweiterte Schutzausrüstung (mit Atemschutz usw.), wie sie in einem Brandfall zum Einsatz kommt, konnten wir auf diesem Wege anschauen.  Dann wollte unsere Manu testen, ob sich unsere Kinder schon mit den Aufgabenfeldern der Feuerwehr auskennen und stellte fest, da wissen die Kinder genausten Bescheid. Auch auf die Frage was zu tun sei, wenn ein Brand bemerkt wird, konnten die Kinder Rede und Antwort stehen. Selbst der überwiegende Teil der "Mäuschengruppe" konnte die Rufnummer der Feuerwehr nennen. Um uns nun einmal in diesem Rahmen mit dem unverwechselbaren Ton der Rauchmelder vertraut zu machen, hörten wir uns jenen einmal an. Dabei stellten wir fest, dass dieser einem schon einen Schreck versetzen kann. Doch auch wenn das in einem Ernstfall so sein sollte, bestärkte Manu die Kinder, dürfe man sich weder aus Schreck vor diesem Ton oder aus Furcht vor dem Qualm, noch aus Angst vor den verhüllten Feuerwehrmännern und -frauen irgendwo verstecken. Das war ein sehr aufregender Vormittag, welcher seinen Ausklang bei einem tollen Feuerwehrlied fand.

Keiner hätte je daran gedacht, dass es so kam, wie es kommen musste. Am Folgetag, alle Kinder waren gerade beim Spielen, ertönte im hinteren Bereich des Kinderhauses das uns bekannte Alarmsignal. Es stand fest, wir müssen aus Sicherheitsgründen das Gebäude verlassen. Kinderaugen suchten zunächst mit fragendem Blick die Erzieher auf. Diese taten kund, dass in dieser Situation nur der Weg über ide Feuertreppe in Frage kommt. Spielzeug wurde niedergelegt, die Räume leerten sich. Die Kinder folgten achtsam der vorangegangenen Erzieherin, welche sich mit der Anwesenheitsliste auf dem Weg zur Ausgangstür machte. Eine weitere ergriff das Telefon um die Feuerwehr zu informieren und ihr alle wichtigen Daten zu nennen, während die letzte Raum für Raum durchging, alle bekannten Versteckmöglichkeiten durchging, die Fenster schloss und nach Beendigung der Überprüfung die Tür hinter sich zuzog. Das, sowie das Durchzählen der Kinder ergaben, dass alle Kinder sich auf dem Weg in die Sicherheit befanden. Doch nicht nur die Kinder und Erzieher, nein, auch eine spontane Besucherin musste mit evakuiert werden. Da standen wir nun an unserem Sammelpunkt. Nichts als den Sachen die wir am Leibe trugen und unseren Hausschuhen an den Füßen. Die freundliche Besucherin opferte ihre warme Jacke. Doch unsere Feuerwehr ließ auch nicht lange auf sich warten und kam mit "Tatütata" angebraust. Einige Feuerwehrmänner rollten schon mal den Schlauch aus, andere vorsorgten uns mit Decken und einem kuschligen, uniformierten Bären (für die physische und psychische Wärme). Nachdem die Feuerwehr nun das gesamte Kinderhaus nach der Ursache absuchte und feststellen musste, dass es doch nur ein "Blinder Alarm" war, konnten wir die Gelegenheit die Feuerwehr einmal so hautnah bei uns zu haben gleich nutzen und überprüfen, ob die Ausstattung dieser mit unserem zuvor angeeigneten Wissen übereinstimmte. Auch konnten wir testen, ob die Kübelspitzen noch einwandfrei funktionierten. Das war ein Tag, der allen lange in Erinnerung bleiben wird. Auch noch Wochen danach werden von den Kindern im Kinderhaus täglich unterschiedliche Rettungseinsätze geprobt.  Und der Teddy, dern wir Max getauft haben, sorgt seit diesem Tag für unseren Schutz.

Nadine Neumann - Erziherin im Kinderhaus